Freie evangelische Gemeinde Borna


Wenn Unternehmer aus dem Westen im Osten investieren.

So könnte man die Geschichte anfangen und denken, es handelt sich um eine brandaktuelle Story der Marktwirtschaft. Doch weit gefehlt!

Nun der Reihe nach: Im Mai 1911 kam der Fabrikant Gustav Weischet aus Wuppertal nach Borna, weil er die Harmoniumfabrik des ehemaligen Besitzers Olaf Lindholm erworben hatte. Das hatte für die Stadt nicht nur wirtschaftliche Folgen. Der Mann war nämlich Christ.

Er stammte aus einer Freien evangelischen Gemeinde, wie sie gerade in und um Wuppertal häufig und mit großen Mitgliederzahlen zu finden sind.

Gustav Weischet hatte allerdings nicht die Absicht, in Borna eine Gemeinde zu gründen. Jedoch fand er keine entsprechende geistliche Heimat vor Ort. So suchte er Brüder, mit denen er gemeinsam beten konnte. Es entstand ein Hauskreis, aus dem heraus weitere Veranstaltungen erwuchsen. Treffpunkt war das Büro der Harmoniumfabrik. Die Besucherzahlen wuchsen ständig. Folgerichtig wurde am 25.05.1919 die Freie evangelische Gemeinde Borna gegründet. Somit sind wir die älteste FeG in Sachsen.

Durch die Brüder Hermann Weischet und Ernst Halfmann entstanden Bibelkreise in Freital bei Dresden. Über diese Schiene kamen auch die Gemeinden in Dohna bei Dresden und in Dresden selbst mit dem Bund Freier evangelischer Gemeinden in Berührung.

1923 wurde die Gemeinde in Borna in den Bund der Freien evangelischen Gemeinden aufgenommen.


Im Jahre 1936 wurde eine

Stationsgemeinde in Regis-Breitingen

(ca. 10 km von Borna entfernt) gegründet.

Diese Gemeinde bestand bis 2003.

Ihr Haus wird heute von der FeG Leipzig genutzt.

1953 konnte die Gemeinde einen alten Zementschuppen in Borna-Ost erwerben,

der zum Gemeindezentrum umgebaut wurde. Dieses Gemeindezentrum musste Mitte der 70er Jahre einem Neubaugebiet weichen.

 

Von den Verantwortlichen der Stadt Borna wurde ein Grundstück auf dem Gelände des ehemaligen Kunigunden-Friedhofes bereitgestellt. Unter großen Mühen und mit viel Hilfe von Geschwistern aus dem damals kapitalistischen Ausland wurde in den Jahren 1976 - 1981 ein neues mulitifunktionales Gemeindezentrum errichtet.

Dieses Haus dient der Gemeinde bis heute als Versammlungszentrum. Die Nutzung des Gebäudes war von Anfang an und ist bis heute sehr vielseitig. So wurde im Gebäude "Pro Christ" übertragen und der Jesusfilm gezeigt. Aber auch für Konferenzen und überregionale Veranstaltungen des Bundes Freier evangelischer Gemeinden wird das Gebäude genutzt.

 

In den letzten Jahren hat sich das Erscheinungsbild der Gemeinde stark verändert. Sie ist älter und kleiner geworden. Dennoch ist sie immer noch aktiv.

 

Im Mai 2019 wird die FeG Borna 100 Jahre alt und wird dieses Jubiläum mit einer Zeltwoche feiern, zu der alle Einwohner von Borna und Umgebung sowie Freunde und Geschwister aus dem ganzen Land herzlich eingeladen sind.