Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht.

An ihm darfst du keine Arbeit tun:

du und dein Sohn und deine Tochter und dein Sklave und deine Sklavin

und dein Rind und dein Esel und dein ganzes Vieh

und dein Fremder in deinen Toren.

1. Mose 5, 14

 

Aller sieben Tage ein Ruhetag. Das hat mich an DDR-Zeiten erinnert. Alle Bäcker hatten montags geschlossen. Jede Gaststätte hatte einen festgeschriebenen Ruhetag. Heute sieht das alles etwas anders aus. Bäcker haben sogar sonntags geöffnet. Viele Gaststätten können sich einen Ruhetag gar nicht mehr leisten.

 

Doch die Bibel sagt uns etwas anderes. Sie sagt nicht, der 7. Tag soll ein Ruhetag sein. Nein, der 7. Tag ist ein Ruhetag. Gott hat sich damit festgelegt. Warum wohl?

 

Ganz einfach: An 6 Tagen hat Gott die Welt geschaffen und am 7. Tag hat er von all seinen Werken geruht. Da Gott uns zu seinem Ebenbild erschaffen hat, will er, dass wir es auch so halten. Wenn Gott es sich leisten kann, einen Ruhetag einzulegen, dann können wir das garantiert auch.

 

Gott weiß um die Begrenztheit unser Kräfte. Wir brauchen diesen Tag der Regenerierung. Bornout ist auch in christlichen Kreisen eine der häufigsten psychischen Erkrankungen.

 

Ich muss ja zugeben, dass es auch mir schwerfällt, diesen Ruhetag einzuhalten. Ich kämpfe immer wieder selbst mit mir und muss zugeben, dass es mir vielfach nicht gelingt.

 

Gott sagt uns, dass wir an diesem Tage keine Arbeit tun sollen. Da bleibt die Frage: Was ist Arbeit? Jemand, der den ganzen Tag im Büro am Computer sitzt, wird die Gartenarbeit am Wochenende nicht als Arbeit empfinden. Für ihn ist es Erholung.

 

Es bleibt aber auch die Frage: Verleite ich andere dazu, am Sonntag, der ja traditionell in unserem Land der Ruhetag ist, zu arbeiten? Die Frage muss sich jeder selbst beantworten. Muss ich am Sonntag in eine Gaststätte essen gehen? Muss ich unbedingt am Sonntag tanken? Es gibt zweifellos Berufe, bei denen die Sonntagsarbeit nicht vermeidbar ist, Polizei, Ärzte, Pflegepersonal usw. Doch diese Menschen haben in der Woche ihren freien Tag.

 

Egal, wie wir den Begriff Arbeit definieren, wir sollten eines nicht vergessen, was auch in diesem Vers steht: Der Ruhetag soll dem Herrn geweiht sein. Als Christen ist es für uns selbstverständlich, dass wir sonntags in den Gottesdienst gehen. Wir nehmen uns eine oder zwei Stunden Zeit für Gott. Und dann?

 

Wie gestalten wir den Ruhetag zur Ehre des Herrn? Ich glaube nicht, dass Gott will, dass wir den ganzen Tag auf Knien im Gebet verbringen. Gott hat am 7. Tag geruht, und wir lesen, dass er sich seine Schöpfung angeschaut hat und sehr zufrieden war. Genießen wir diesen Ruhetag, in dem Wissen, Gott hat uns diesen Tag geschenkt zur Erholung, zur Besinnung und das zu tun, was ihm zur Ehre gebührt.

 

Ich wünsche Ihnen in diesem neuen Jahr 52 erholsame Ruhetage.

 

Klaus Pagenkopf