Monatsimpuls Februar

 

 

 

 

 

Ich bin nämlich überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit

nichts bedeuten

 

im Vergleich zur Herrlichkeit,

die an uns offenbar werden soll.

 

 

 

Brief an die Römer 8, 18

 

 

 

Wer leidet schon gern freiwillig? Also ich nicht. Wenn ich leide, sei es an einer Krankheit oder auch an irgendeinem Problem, was mir zu schaffen macht, dann ist das schlimm genug. Wenn mich dann ein Mitbruder oder eine Mitschwester mit diesem Vers trösten will, könnte es ganz schnell passieren, dass ich nicht gerade freundlich reagiere. In einer Zeit des Leidens fehlt mir oft der Blick auf das Ende des Leidens. Das Leid beherrscht mein ganzes Denken und Handeln. Der Blick darauf, dass alles Leiden einmal ein Ende hat, ist durch unser Gefangensein im Leid versperrt.

 

 

 

Paulus teilt uns in diesem Vers seine Überzeugung mit. Er macht das gegenwärtige Leid nicht klein und nichtig, aber er blickt voraus. Wenn wir diesen Vers genau lesen, dann spüren wir, dass er nicht nur die Ewigkeit meint.

 

 

 

Ich wurde an Hiob erinnert. Was hat dieser Mann Gottes leiden müssen. Er hatte alles verloren: Familie, Besitz und Gesundheit. Und er hat noch während seines Lebens alles vielfach wiederbekommen.

 

 

 

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht. Mir geht es jedenfalls oft so, dass mir mein Leid schlimm und kaum zu ertragen erscheint. Ist es aber zu Ende, verblasst die Erinnerung an diese Zeit sehr schnell. Und ich freue mich am gegenwärtigen Wohlergehen.

 

 

 

Vor einiger Zeit durfte ich in Auschwitz sein. Die Todeszelle von Pater Maximilian Kolbe, heute ein Gedenkort, war furchtbar anzusehen. Pater Maximilian Kolbe hat stellvertretend für einen jungen Familienvater dieses Leid auf sich genommen. Er wusste um den Vers, der uns als Monatsspruch gegeben ist. Er hat freiwillig das Leid des Verhungerns auf sich genommen, in dem Bewusstsein, dass er die Herrlichkeit Gottes erfahren wird. Was die wenigsten wissen: Pater Kolbe ist nicht verhungert. Da dieser Tod nicht zulässig war, wurden nicht nur er, sondern auch alle anderen Kandidaten vorher durch eine Giftspritze erlöst. Gott mutet uns nicht mehr Leid zu, als das, was wir auch tragen können. Und ganz wichtig: Er hat unser Leid bereits getragen! Das, was Pater Kolbe für einen Mitgefangenen getan hat, hat Jesus Christus für alle Menschen getan.

 

 

 

Gott verspricht uns in seiner Nachfolge nicht ein Wandern auf sonnigen Höhen. Leid gehört dazu. Er, der soviel gelitten hat, sagt uns auch, dass er uns immer mehr in sein Bild verwandeln will. Am Ende sitzt er seit seiner Himmelfahrt verherrlicht beim Vater zur Rechten auf dem Thron. An Jesus ist die Herrlichkeit Gottes als Erstem offenbar geworden.

 

 

 

Wir dürfen das auch erfahren. Und wir dürfen Gott natürlich bitten, unserem gegenwärtigen Leiden auch ein Ende zu bereiten. Manchmal genügt schon ein kleiner Lichtblick auf das Ende der Leidenszeit.

 

 

 

Ich wünsche Ihnen, egal in welcher Situation Sie sich gerade befinden, diesen Blick des Apostels Paulus. Gottes Herrlichkeit wird auch an Ihnen offenbar werden.

 

 

 

Klaus Pagenkopf